Roboter in der Literatur

Roboter in der Literatur

Geposted von Tinkerbots Team am

Roboter müssen nicht nur in Fachzeitschriften, technischen Dokumentationen oder Sachbüchern vorkommen, sie sind auch in der Belletristik sehr populär. Geschichten von „künstlichen Menschen“ gibt es bereits seit einigen Jahrhunderten. Doch erst mit einer voranschreitenden technischen Entwicklung kamen in der Literatur auch Wesen vor, die unseren heutigen Vorstellungen von einem Roboter nahekommen. So wurde der Begriff „Android“ etwa durch die Figur Hadaly, einer mechanischen Frau, die von Elektrizität angetrieben wird, aus dem Roman „The Future Eve“ von dem Franzosen Auguste Villiers de l’Isle-Adam (1886) geprägt. Seither sind Roboter oder Androiden aus der Literatur kaum noch wegzudenken.

Das erste Mal, dass der Begriff „Roboter“ in der Literatur auftauchte, ist in dem Drama „R.U.R. – Rossum’s Universal Robots“ aus dem Jahr 1920. In dem Werk des tschechischen Autors Karel Čapek stellt ein Unternehmen Roboter her, die als rechtlose Arbeiter in der Industrie zum Einsatz kommen und nach einer Rebellion die Menschheit vernichten. Die Geschichte wurde später in zahlreichen Science-Fiction-Filmen wie „Matrix“ oder „Terminator“ wieder aufgegriffen.

Isaac Asimov & die Gesetze der Robotik

Einer der bekanntesten Autoren von Science-Fiction- bzw. Roboter-Literatur ist Isaac Asimov (✝1992). Der gebürtige Russe war Dozent für Biochemie an der Universität von Boston und interessierte sich bereits in jungen Jahren für Science-Fiction. Im Jahr 1939 publizierte er seine erste Kurzgeschichte. Zudem veröffentlichte er im Laufe seines Lebens zahlreiche Sachbücher, Kriminalromane und Roboter-Literatur, wie die Kurzgeschichten-Sammlung „Ich, der Robot“ aus dem Jahr 1952. In seiner Kurzgeschichte „Runaround“ (1942) formuliert Asimov die drei Gesetze der Robotik, die erstmals eine Art von Grundregeln für Roboter festlegten und auch heute noch aktuell sind. Die Robotergesetze lauten:

1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen (wissentlich) Schaden zugefügt wird.

2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.

3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.

Roboter in der Kinder- und Jugendliteratur

Der Roboter hat natürlich auch in der Kinderliteratur seinen Platz. Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist „Schlupp vom grünen Stern“ aus dem Jahr 1974 von der deutschen Autorin Ellis Kraut. Darin entwickelt ein kleiner Hilfsroboter von dem Planeten Balda 7/3 plötzlich Gefühle und sogar eine Seele. Da dies jedoch als gravierender Fehler betrachtet wird, soll er auf einen Müllplaneten geschossen werden, landet jedoch auf der Erde, wo er sich mit dem 14-Jährigen Benni anfreundet und einige spannende Abenteuer erlebt.

Ähnlich bekannt ist auch das Kinderbuch „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ von dem deutschen Autoren Boy Lornsen aus dem Jahr 1967. Darin erfindet der Drittklässler Tobias ein Fortbewegungsmittel, das fliegen, schwimmen und fahren kann. Zusammen mit dem Piloten Robbi, der die dritte Klasse der Roboterschule besucht, erleben sie eine Menge witziger Abenteuer.

Weitere spannende Roboter in der Literatur

Spuren von Robotern oder künstlicher Intelligenz lassen sich in zahlreichen Literatur-Genres finden, sei es als Protagonist oder nur als kleine Randfigur, wie etwa die mechanischen Hunde in Ray Bradburys Dystopie „Fahrenheit 451“, die nach Staatsfeinden und Buchbesitzern jagen. Ein etwas prominenterer Charakter ist dagegen der paranoide und ständig unter Kopfschmerzen leidende Android Marvin, der in Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ den Protagonisten Arthur Dent auf seiner Reise durch die Galaxis begleitet. Zitate wie: „Die ersten zehn Millionen Jahre waren die schlimmsten, die zweiten zehn Millionen Jahre waren auch die schlimmsten, die dritten zehn Millionen Jahre haben mir überhaupt nicht gefallen und danach habe ich ein wenig die Lust verloren.“ machen Marvin zu einem der witzigsten Roboter in der Literaturgeschichte.

Eine ganze Reihe von Robotern finden sich in dem Roman „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ von US-Autor Philip K. Dick. Darin verschwimmen die Grenzen zwischen Menschen und Androiden immer mehr und eine Unterscheidung ist ausschließlich durch das Fehlen von Empathie bei den Androiden möglich. Weitere Empfehlungen der Roboter-Literatur sind „The Humanoids“ (1948) von Jack Williamson, „Die Seele des Roboters“ (1974) von Barrington J. Bayley und „Roderick“ (1981) von John Sladek. Wir wünschen dir viel Spaß beim Lesen!


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