Autisten lernen mit Tinkerbots

Autisten lernen mit Tinkerbots

Geposted von Tinkerbots Team am

Bausteine, Bewegungsmodule und Powerbrain zusammenstecken und schon geht der Spaß los. Kinder lieben Roboter wie Tinkerbots als moderne Spielkameraden. Für einige Kinder kann ein Roboter aber sogar mehr als nur ein Spielzeug sein. Autistischen Kindern können sie sogar helfen, motorische Fähigkeiten und ihre soziale Kommunikation zu verbessern.

Was ist eine Autismusspektrum-Störung?

Die Entwicklungsstörung Autismus oder auch Autismusspektrum-Störung (ASS) betrifft etwa ein Prozent der Bevölkerung. Dabei werden Menschen mit Autismus meist in zwei Kategorien unterteilt: Ein Teil leidet unter frühkindlichem Autismus, der meist im ersten Lebensjahr eines Menschen erkannt wird und in rund der Hälfte aller Fälle eine fehlerhafte Sprachentwicklung mit sich bringt. Bei dem Asperger-Syndrom wird die Störung hingegen meist erst ab dem vierten Lebensjahr diagnostiziert. Betroffene verfügen oft über einen pedantischen Sprachstil und eine hohe Intelligenz, leiden dafür jedoch häufig an motorischen Störungen. Wie einige unabhängige Studien der vergangenen Jahre zeigen, können Roboter bei der Therapie autistischer Kinder eine wichtige Rolle spielen.

Lernen mit humanoiden Robotern

In Einrichtungen weltweit gibt es bereits Therapieprojekte, bei denen Autisten Zeit mit humanoiden Robotern verbringen, um die spätere Interaktion mit Mitmenschen zu verbessern. Dieser Ansatz scheint ein großer Erfolg zu sein. Nach aktuellen Erkenntnissen von Therapeuten und Wissenschaftlern fühlen sich autistische Kinder zu Robotern hingezogen, weil sie weniger kompliziert sind als der Mensch. Die Interaktion mit den Maschinen fällt ihnen leichter, weil diese besser vorhersehbar ist. Bei autistischen Kindern sind Grobmotorik und Gleichgewichtssinn häufig eingeschränkt. Daher fällt es ihnen schwer, komplexere Bewegungen nachzuahmen. Roboter, die einfache Bewegungen, wie eine Verbeugung oder ein Händeschütteln, ausführen, eignen sich daher sehr gut für eine Therapie. Ihre Bewegungen und Ausdrucksmöglichkeiten lassen sich von Autisten einfacher lesen und verstehen als beispielsweise die komplexe menschliche Mimik. Der Umgang mit den Robotern ist jedoch nur ein Teil der Therapie und soll die Basis schaffen für den menschlichen Kontakt.

Kooperatives Spielen mit aktiven Bausteinen

Doch nicht nur humanoide Roboter können autistischen Kindern helfen, auch Spielzeuge wie Tinkerbots eignen sich dafür. Eine Studie der Universität von Sussex in England ergab, dass das Spielen mit aktiven, beziehungsweise bewegbaren Bausteinen die Interaktion zwischen autistischen Kindern und Kindern ohne die Entwicklungsstörung fördert. Für die Studie wurden Schulkinder im Alter von 9 bis 13 Jahren mit und ohne ASS jeweils zu zweit an einen Tisch gesetzt, um bestimmte Modelle mit aktiven und passiven Bausteinen (in diesem Fall LEGO®) nachzubauen. Bei den aktiven Bausteinen, zeigten die Kinder jeweils ein stärkeres Interesse an dem Bauprozess des anderen Kindes, ohne dabei jedoch aktiv zu werden. Vor allem wurde bei dem Spiel mit aktiven Bausteinen viel mehr zusammengearbeitet.

Diese postive Effekt sollte nicht ungenutzt bleiben. Tinkerbots bietet sich also an, um in Grundschulen eingesetzt zu werden, in denen auch autistische Kinder unterrichtet werden. Das gemeinsame Spielen und Entdecken bietet eine Chance für die Verbesserungen der sozialen Interaktion.


← Älterer Post Neuerer Post →


Hinterlassen Sie einen Kommentar