21 Century Skills lernen mit Robotik

21 Century Skills lernen mit Robotik

Geposted von Tinkerbots Team am

Unsere Welt befindet sich in einem ständigen Wandel. Dies gilt sowohl für äußere Einflüsse wie etwa das Wetter als auch für die Gesellschaft in der wir leben. Viele Experten aus dem Bildungssektor, Wirtschaftsvertreter und Regierungsorganisationen haben daher eine internationale Bewegung ins Leben gerufen, die sich dafür einsetzt, Kinder und Heranwachsende bereits in der Schule mit den nötigen Fähigkeiten auszustatten, die es in der heutigen Zeit benötigt, um erfolgreich zu sein. Die so genannten Kompetenzen für das 21. Jahrhundert oder auch 21st Century Skills umfassen beispielsweise Kreativität, Kommunikation, Zusammenarbeit, kritisches Denken, Medienkompetenz, Informationskompetenz und Problemlösung.

Optimierung der Lehrpläne

Die Generation der Babyboomer, die in den zwanzig Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geboren wurde, hatte ganz andere Anforderungen an einen Job als die Millennials, also die Generation, die zwischen Anfang der 1980er Jahre und dem Jahr 2000 geboren wurden. Ihr Anspruch an einen Job bestand vor allem in der Beständigkeit. So war es in Deutschland die Regel, nach der Schule oder dem Studium eine Ausbildung oder einen Job anzutreten und bei dem ersten Arbeitgeber bis in das Rentenalter zu bleiben. Die Millennials und die Generation Z, die erst langsam in die Arbeitswelt einsteigt, haben dagegen ganz andere Ansprüche an einen Job. Ihnen ist vor allem wichtig, glücklich und erfüllt zu sein in dem, was sie tun. Dies ist auch einer der Gründe, warum junge Menschen viel häufiger die Arbeitsstelle wechseln als es noch die Generation vor ihnen tat. Häufige Jobwechsel verlangen auch nach einem höheren Maß an Flexibilität und eben viele neue Kompetenzen, die bislang nicht Teil der schulischen Ausbildung waren.

Fähigkeiten für die globalisierte Welt

Blicken wir einige Jahrzehnte zurück, genügte es, in der Schule Kompetenzen in den Bereichen Mathematik, Lesen und Schreiben zu erlangen, um in der Gesellschaft und im Arbeitsleben zu bestehen. In unserer heutigen globalisierten und digitalisierten Welt reicht dies dagegen nicht mehr aus. Es beginnt schon mit der Beschaffung von Informationen zu einem bestimmten, tagesaktuellen Thema. Während früher ein Blick in die Tageszeitung genügte, um eine, im Großen und Ganzen betrachtet, objektive Berichterstattung zu lesen, ist es heute wesentlich komplizierter. Dank Fake-News und einer ständig wachsenden Zahl an Nachrichtenquellen sind heute Fähigkeiten wie Medienkompetenz und kritisches Denken unabdingbar, um die Quellen und Urheber der Nachrichten zu identifizieren und richtig einzuordnen.

Kernkompetenzen

Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken & Kreativität

Es gibt zahlreiche Kompetenzen, die internationale Bildungsexperten zu den 21st Century Skills zählen. Doch es haben sich vor allem vier Kernkompetenzen herauskristallisiert, welche Schülern ein selbstbestimmtes Leben in einer modernen Welt ermöglichen sollen.

Zu den wichtigsten Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert zählt die Kommunikation. Schüler sollen dabei nicht nur verschiedene Sprachen sprechen, um sich in einer globalisierten Welt zu verständigen, sondern auch für eine adressatengerechte Sprache sensibilisiert werden. Ein anderer wichtiger Aspekt dieser Kernkompetenz ist die Kommunikation in den digitalen Medien – sei es in sozialen Netzwerken oder auch beim Rezipieren von Online-Nachrichten.

Eine weitere Kernkompetenz der 21st Century Skills ist die Kollaboration. Schüler sollen durch Zusammenarbeit gemeinsam Lösungen für komplexe Problemstellungen erarbeiten. Die Lehrkräfte sollen sich bei diesem Ansatz im Unterricht etwas zurücknehmen und den Schülern mehr Eigenverantwortung bei der kollaborativen Problemlösung geben. Teamfähigkeit gilt schon heute in vielen Berufen als wichtige Kompetenz, die ein Bewerber haben muss.

Eine dritte Kernkompetenz der Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert ist das kritische Denken. Schüler sollen lernen, Dinge zu hinterfragen, um zu mündigen Entscheidungsträgern zu werden.

Eine weitere Kernkompetenz, die gefördert werden soll, ist die Kreativität. Nur kreative Kinder können später Innovationen hervorbringen und komplexe Probleme in der Gesellschaft lösen. Das bedeutet natürlich nicht, dass aus jedem Schüler ein Künstler oder Erfinder werden soll. Es geht auch darum, kreative Lösungsansätze in allen Bereichen des Jobs und des Lebens zu finden.

Tinkerbots Baukasten

21st Century Skills: Robotik im Klassenzimmer

Obwohl der Ansatz der 21st Century Skills Befürworter in Bildungseinrichtungen weltweit hat, wählen die meisten Länder bzw. auch einzelne Schulen ganz unterschiedliche Wege zur Kompetenzvermittlung. Viele Experten setzen dabei auch auf das Thema Robotik. So lassen sich unter anderem die Kreativität von Schülern, ihre Fähigkeit der Zusammenarbeit, der Problemlösung sowie die Kommunikation verbessern. Ahmad Khanlari von der Memorial University Neufundland in Kanada hat eine interessante Abhandlung über den Effekt von Robotik auf die 21st Century Skills veröffentlicht, in der er das Arbeiten mit Robotern als effektives Werkzeug darstellt.

Kreativität steigern durch Robotik in der Schule

Robotik eignet sich hervorragend, um wichtige Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert zu vermitteln, weshalb der Einsatz in Schulen empfehlenswert ist. So wird die Kreativität von Schülern beispielsweise durch Tinkerbots Robotik-Baukästen schon in jungen Jahren gefördert. Nachdem geklärt wurde, was Robotik überhaupt ist und wie es funktioniert, können die Kinder sich kreativ entfalten und einen Roboter nach ihren Vorstellungen bauen. Es bleibt ihnen überlassen, ob sie ein Fahrzeug kreieren, einen Androiden oder eine Maschine für die Automatisierungstechnik. Für seine Studie „Effects of Robotics on 21st Century Skills“ hat Ahmad Khanlari sieben Lehrer nach ihren Erfahrungen mit Robotik im Schulunterricht befragt. Darin heißt es, dass gleich zwei Arten von Kreativität bei den Schülern beobachtet wurden. Zunächst entwickelten die Kinder innovative Roboter, die es vorher nicht gab und in einem weiteren Schritt probierten sie kreative Methoden aus, als die Schüler Modelle nachbildeten. 

Robotik & 21st Century Skills: Kinder lernen Zusammenarbeit

Eine große Sorge von Eltern ist, dass ihre Kinder durch das Spielen mit digitalen Medien, wie etwa Videospielen, zu kleinen Eigenbrötlern werden. Doch Studien zeigen, dass Kinder in einer Gruppe gerne gemeinsam spielen und auch Videospiele teilen. Bei der Robotik für den Schulunterricht verhält es sich ähnlich. Kinder können durchaus allein an Projekten arbeiten und ihre eigenen Ideen zu 100% umsetzen. Mehr Spaß und in den meisten Fällen auch ein besseres Ergebnis gibt es jedoch erst durch die Kooperation mit anderen Schülern. In einer Gruppe kann jeder seine Ideen einfließen lassen und so treiben sich die Kinder gegenseitig zu Höchstleistungen. Dies haben auch die Lehrer der Studie von Ahmad Khanlari beobachtet. So berichtet einer der Lehrer, dass die Schüler sich darüber bewusst sind, im Team einen besseren Roboter bauen zu können. Die Zusammenarbeit an Robotik-Projekten soll die Kindern einen respektvollen Umgang miteinander lehren, Flexibilität sowie die Fähigkeit, offen für die Ideen der anderen Schüler zu sein.

Tinkerbots Fahrzeug

Roboter helfen bei der Problemlösung

Problemorientiertes Lernen ist ein wesentlicher Bestandteil der 21st Century Skills. Kinder sollen in der Lage sein, selbstständig Probleme zu lösen. Die Arbeit mit Robotern ist wie geschaffen dafür, ihnen diese Kompetenzen zu vermitteln. Denn wer einen Roboter bauen und programmieren möchte, muss in der Regel zunächst Probleme bei der Umsetzung identifizieren und anschließend eine innovative Lösung finden. Zudem können die fertigen Roboter selbst als Problemlöser fungieren. Schließlich erfüllen Roboter immer einen bestimmten Zweck – sei es die Unterhaltung, die Pflege von kranken Menschen oder etwa Reinigung der Wohnung. Wenn Kinder im Schulunterricht einen Roboter bauen, lernen sie also nicht nur die kurzfristigen Probleme in Bezug auf das Zusammenbauen zu lösen, sondern auch langfristige Probleme, die der Grund für den Roboter-Bau sind.

Lernen durch Robotik

Kinder, die bereits in frühen Jahren mit Robotern spielen, lernen dabei nicht nur die wichtigsten Kompetenzen für das 21. Jahrhundert. Das Spielen mit Robotik-Baukästen wie Tinkerbots führt sie ebenfalls in die Grundprinzipien von Mechanik und Sensorik ein. Wissen, das sich die Kinder im eigenen Kinderzimmer auf spielerische Art selbst aneignen und das ihnen auch später im Physik- und Informatik-Unterricht zu Gute kommt. Robotik-Baukästen regen zudem wird die Kreativität von Kindern an. Schließlich ist es durch die verschiedenen Tinkerbots-Elemente und die Kompatibilität mit LEGO® möglich, jede Art von Roboter zu bauen.

Robotik eignet sich also hervorragend, um Kindern die nötigen Kompetenzen für das 21. Jahrhundert beizubringen. Der Umgang mit Robotern wirkt sich positiv auf ihre Fähigkeit Probleme zu lösen, auf die Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten, auf die Kreativität und viele andere Fähigkeiten der Kinder aus. Nun bedarf es nur noch geeigneter Unterrichtskonzepte für die gezielte Umsetzung des Vorhabens, die 21st Century Skills mit Hilfe von Robotik, zu vermitteln.

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